Samstag, 21. Mai 2011

Zusammenhang?

Drei Dinge sind es, die mich in den letzten Tagen etwas - sagen wir- irritierten. Vielleicht erkennt da jemand einen Zusammenhang, den ich noch nicht sehe:

1. Eher schon öfter halten neben uns griechische Autos, und die Beifahrer/innen fragen uns höflich nach irgend einem Weg. Weiterhelfende Antworten scheitern an unseren mangelnden Sprachkenntnissen "griechisch". Offensichtlich aber werden wir irgendwie schon "griechisch" eingeschätzt. Ob das an Stefanies knackiger Frühjahrsbräune liegt, unserer legeren Kleidung oder der gemächlichen Art der Fortbewegung in der prallen Sonne, weiß ich nicht,

2. Cookie hat bereits zweimal dreifarbige Häufchen gesetzt: seeehr dunkel, mittelgrün und hellocker. Eriinert mich irgendwie an schwarz-rot-gold. Ob sie damit ein beginnendes Heimweh ausdrückt oder eine beginnende Verachtung gegenüber meiner rheinischen Heimat, entzieht sich ebenfalls mangels Sprachkenntnissen einer endgültigen Gewissheit,

3. Impfungen nehmen in Griechenland nicht nur Krankenhäuser und Ärzte, sondern auch Apotheker vor. Bei uns war eine "booster vacination Hepatitis B" fällig. Auf entsprechende Tipp gingen wir zwischen Joghurtkauf und einer Tasse Kaffee in die nächste Apotheke und konnten ohne Rezept den Impfstoff erwerben. Nur auf Stefanies geduldiges Bitten verabreichte uns schließlich der Apotheker die Impfung. Ansonsten hätten wir die Spritzen auch mitnehmen und uns selbst impfen können. Blöde anerzogene Gewohnheit, da Dritte ranzulassen...

Den Impfwilligen in Deutschland scheint der Gesetzgeber zuzutrauen, dass er sich die Spritze nicht richtig in den Arm setzt (wie groß auf der Packung aufgedruckt), sondern fälschlicherweise ins Auge, die Mundschleimhaut oder in die nächste Frikadelle.

Kein Wunder, dass die Deutschen seit jeher lernen, die Verantwortung für sich an irgend jemanden zu deligieren. Auch ne blöde Gewohnheit...

Zusammenhang?

u.A.w.g.

Freitag, 20. Mai 2011

Nu isses amtlich...

... die heutige, abschließende Ultraschall-Herzuntersuchung hatte folgendes Ergebnis:

Alles in Ordnung ! Bestens!!

Juchuu, Juchuu!!!!!... ein normales, gesundes, gut funktionierendes Herz!

Ich bin sooo froh und dankbar !! (...vor Freude ein paar Tränen vergossen hab ich auch schon...)

Wer will - vielleicht sind ja Kardiologen dabei - kann sich die grafische Darstellung der Untersuchungsergebnisse (sowie der anderen beiden wichtigen EIndrücke heute) unter

www.bloggalerie1.plan-be.de

ansehen (hoffe, es klappt) ;-))

Jetzt kanns weiter gehen... nächste Woche ... ab in Richtung Südtirol.

Vielen, vielen, vielen, vielen lieben Dank an Michael, den Herzchirurgen - ein Bild von ihm findet sich auf der "Leute"-Seite auf plan-be.de.

Glücklich

Stefan

Dienstag, 3. Mai 2011

Sommer 2011

Manche Sachen muss man leider doch planen. Wir würden gerne freiwillig unsere Arbeitskraft anbieten bei Menschen, die diese benötigen. EInen Tipp, den mir meine Cousine Silvia im Laufe des Jahres 2010 gab, war die Caritas in der Schweiz, die Menschen für Freiwilligeneinsätzen auf schweizer Bauernhöfen sucht. Hilfe bei der Erntearbeit, Wald- und Rodungsarbeiten, Sanierungen, Kinderbetreuung, halt alles, was so anfällt. Geld gibt es dafür selbstverständlich nicht, aber Kost und Logis gestellt. Nun, unsere Unterkunft haben wir immer dabei, aber je nachdem, wie abgelegen ein Hof ist, wären wir schon für Verpflegung dankbar. ;-))

Angst vor körperlicher Arbeit haben wir nicht, insbesondere ich nicht. Auch nicht nach der OP.

Wir wollen im Sommer 2011 zwei Einsätze leisten. Die ausgesuchten Organisatoren finden sich unter "www.bergeinsatz.ch" und "bergbauernhilfe.it".

Die "Verhandlungen" laufen noch (sind aber fast abgeschlossen), insbesondere, weil wir einen Hund dabei haben, der sich ja schließlich mit den Tieren der Viehwirtschaft vertragen muss (kann man eigentlich jemandem klar machen, dass Cookie mit Ihrer Tierheimvergangenheit instinktiv eher ängstlich ist und wir sie wahrscheinlich weniger zurückhalten als mehr im Unterholz suchen müssen)...

Wie dem auch sei, unsere Anfragen für Einsätze im Juni/ Juli und August - jeweils über mehrere Wochen wurden an in Betracht kommende Bauern weiter geleitet. Mal sehen, ob und wer sich meldet.

Fast also, f a s t ist alles in trockenen Tüchern...

Montag, 2. Mai 2011

Erwischt

Wie ich schon einmal angedeutet habe, ist das Alltagsleben, wartend auf die nächste Untersuchung - eher langweilig, bis auf die Wanderungen und das Einkaufen von Nahrungsmitteln (vorwiegend Hülsenfrüchte und ebenso vorwiegend bei Lidl Griechenland - aus Kostengründen).

Spannungshighlights gibt es selbstverständlich auch - und die kommen dann aus Deutschland. Ein Beispiel: Die Autohaftpflichtversicherung (DEVK Brühl) hatte meine Einzugsermächtigung für die Versicherung des Wohnwagens nicht umgesetzt, den fehlenden Vers.beitrag in Höhe von ca. 65 € Anfang April der Stadt Köln gemeldet und so bekam ich von der Stadt Köln - Zulassungsstelle, Frau Katzenberger (nein, nein, nicht die Schwester von Daniela)) eine entsprechende Ordnungsverfügung per mail.

Stilllegung des Wohnwagens, Ausschreibung zur Fahndung an den Außendienst und so weiter. Das konnte aber dann aber für 45 € per mails und Überweisung geklärt werden, wenn auch mit dem Hinweis: wenn mein Versicherer geschlafen habe, hätte ich einen Regressanspruch gegen diesen. Aha!

Am Tag vor meinem Geburtstag bekam ich dann ePost vom Kreis Euskirchen: Die Stadt Köln- Zulassungsstelle- hätte einen Umzug gemeldet, ich aber hätte mich nicht in Euskirchen angemeldet. Dort befinde sich eine c/o-Adresse. Frist, um die Anmeldung nachzuholen: 14 Tage.

Beide Stellen habe ich dann am Samstag zwecks Klarstellung angemailt - wie es weiter geht, weiß ich noch nicht.

Wenn die jetzt forschen, legen mir die selbständig denkenden Beamten der Straßenverkehrsamtes trotz entsprechende Absprache mit der Referatsleitung beim Straßenverkehrsamt Köln im Juli 2010 auch noch das Auto still bzw. verfügen die Abgabe des Nummernschildes, die Einschaltung von Interpol zur Fahndung, Ingewahrsamnahme bei der nächsten Einreise nach Deutschland, dann Festnahme, ich raste aus und beleidige den Beamten mit "Sie Hilfsbeamter des Zolls", es folgt mehrwöchige Inhaftierung, dann der Vorwurf, ich hätte irgend jemanden im GR vergewaltigt (irgend eine "Stranda Matte"), auf die ich mich gelegt haben soll, schließlich wegen fehlender Griechischkenntnisees (mein im Schlusswort halbhoch gesprochenes "ochi" mit leichtem Akzent auf dem "o" hieß nicht (wie im Alltagsleben) einfach: "Nein", sondern "Ich bekenne mich in allen Punkten der Anklage für schuldfähig und schuldig, Euer Ehren und bitte um die höchste dem Staat Griechenland mögliche Strafe") eine Verurteilung zu 20 Jahren Zwangsarbeit im Steinbruch (Herstellung auf antik getrimmter dorischer Säulen, die den Haushalt Griechenlands stützen sollen) die endgültige Abschiebung in ein giechisches Gefängnis, schließlich nach 10 Jahren "Psomi ke Nero" (und Ölivenöl "akroelaiolado", also sozusagen "Altpressung") die innerliche Aufgabe wegen völliger Entkräftung und depressiv-demenzielles Dahinvergetieren auf einer Olivenblattpritsche bis zum Gnadentod durch den Schierlingsbecher, verabreicht vom albanischen Hilfsaufseher, einer -sozusagen- 1-Drachmen-Kraft.

Die Stadt Euskirchen hat mich also kalt erwischt. Wie das wohl ausgeht? Immerhin gut, dass wenigstens die Phantasie den Alltag zu einem Erlebnis macht... ;-))

Donnerstag, 24. März 2011

Greece I

Danke ! ... für den bisherigen Teil unseres Griechenlandaufenthaltes.


Da sind zunächst Felix, Felicitas und Sohn John, die uns bis Oktober 2010 völlig unbekannt waren und uns dennoch spontan zur Überwinterung ihr kleines Häuschen in Griechenland angeboten haben. Angedacht bzw. gewünscht, aber in das Reich der Utopie verwiesen hatten wir zuvor einen Winter in Griechenland, aber schließlich kannten wir dort niemanden. Aber, wie es so geht, Michael Haude kannte die beiden, stellte einen Kontakt her, und so kam es, dass wir in Polen die Richtung gen Griechenland änderten.


Dort angekommen, überließen die drei uns den Schlüssel zu dem niedlichen Häuschen, gelegen in der Einsamkeit der griechischen Bergwelt, aber immerhin ca. 15 km vom nächstgrößeren Ort, nämlich Aigio entfernt, stellten uns kurz noch einige Bekannte vor, beendeten ihren eigenen Urlaub und fuhren heim in Rheinland. Die nächsten Wochen verbrachten wir idyllisch, ruhig und mit den versprochenen kleineren Reparaturarbeiten an Haus und Garten. Da Stefanie Gartenarbeit über alles liebt, war dies für sie die pure Herausforderung und trotz der enormen Mühe anfangs pure Erholung.


Leider erwies sich dieser Standort als etwas zu sehr abgelegen von Ärzten und Krankenhäusern, als dann die ernsten Beschwerden mit meinem Herzen plötzlich begannen. Da waren die Wege dann wegen akuter Gesundheitsgefahren viiiel zu weit.

Was tun?

Wir erinnerten uns, dass wir bei einem Treffen mit zwei Bekannten von Felix und Felicitas, nämlich Matthias und Sabine, Ursi - kennen gelernt hatten, die an jenem Abend beiläufig erwähnte, in ihrem Apartment am Meer in der Nähe von Aigio wohne zur Zeit ein junges französisches Backpacker-Pärchen, das aber bald weiter nach Indien wolle. Als Gegenleistung war zwischen den dreien die Übernahme der Wohnungspflege vereinbart; Ursi freute sich, dass die Wohnung bewohnt sei und sauber gehalten würde.


Auf unseren schüchternen Anruf und Darstellung der Situation zögerte Ursina keine Sekunde: „Selbstverständlich könnt ihr dort wohnen, ohne Miete !“. Wir waren ob der überaus herzlichen Selbstlosigkeit mehr als überrascht und unendlich dankbar. Das Apartment befindet sich in Rodia / Peloponnes (Nähe Aigio) direkt am Meer (Golf von Korinth), bietet drei Personen Platz und wird auch an Urlaubsgäste für 35 € brutto/ Tag vermietet. Wie schön es dort ist, siehe man hier ...

Wer Interesse hat: Kontakt über uns.

Ursi wurde in Rheinland-Pfalz an der Mosel geboren, lebte seit langem in der Schweiz und wählte nach spannende, anstrengenden und bewegten Jahren vor einigen Jahren Griechenland als Wahlheimat und Ruhepunkt, ihr persönliches „Ithaka“- entsprechend ihrem Lieblingsgedicht „Ithaka“ von Konstantinos Kavafis (siehe unter, am Ende):

Nicht nur, dass wir sofort und ohne jegliche Umstände in dem Apartment wohnen durften, nein, last not least war Ursi das entscheidende Zünglein an der Waage, das dafür sorgte, dass ich noch gerade rechtzeitig ins Krankenhaus kam (auf Stefanie allein hatte ich Idiot nicht gehört– die beiden haben mir damit wohl das Leben gerettet).

Aber nicht nur das, nein, während und nachdem ich im Krankenhaus lag, war Ursi für uns ein wichtiger Ansprechpartnerin, die uns auch in „ihre“ griechische Welt eingeführt hat. Wir lernten Musik, Landschaft, Menschen und Traditionen kennen, wurden zu ihr nach Hause eingeladen, sie schenkte uns Bio-Olivenöl aus eigenem Anbau (das zu recht in der Schweiz reissend Abnehmer findet), selbstgemachte Liköre und wir genossen ihre Küche und Gastfreundschaft. Und die Ruhe in ihrem Apartment am Meer.

In Ursi hat Stefanie eine gleichgesinnte Freundin gefunden.

Auch bedanken möchte ich mich persönlich bei Prof. Andreas Kantartzis, dessen ärztlicher Einschätzung und operativer Kunst ich mein Überleben verdanke und bei Alexa und Richard aus München, heute ebenfalls wohnhaft in Aigio, mit denen wir viele schöne Wanderungen und schöne Stunden verbrachten. Alexa ist Künstlerin und hat hier seit einigen Jahren ihren kreativen Schaffensmittelpunkt.

Vielen lieben Dank, efkaristo!


... und hier nur das Gedicht von Konstantinos Kavafis:


Ithaka

Brichst du auf gen Ithaka,
wünsch dir eine lange Fahrt,
voller Abenteuer und Erkenntnisse.
Die Lästrygonen und Zyklopen,
den zornigen Poseidon fürchte nicht,
solcherlei wirst du auf deiner Fahrt nie finden,
wenn dein Denken hochgespannt, wenn edle
Regung deinen Geist und Körper anrührt.
Den Lästrygonen und Zyklopen,
dem wütenden Poseidon wirst du nicht begegnen,
falls du sie nicht in deiner Seele mit dir trägst,
falls deine Seele sie nicht vor dir aufbaut.

Wünsch dir eine lange Fahrt.
Der Sommermorgen möchten viele sein,
da du, mit welcher Freude und Zufriedenheit!
In nie zuvor gesehene Häfen einfährst;
Halte ein bei Handelsplätzen der Phönizier
Und erwirb die schönen Waren,
Perlmutter und Korallen, Bernstein, Ebenholz
Und erregende Essenzen aller Art,
so reichlich du vermagst, erregende Essenzen,
besuche viele Städte in Ägypten,
damit du von den Eingeweihten lernst und wieder lernst.

Immer halte Ithaka im Sinn.
Dort anzukommen ist dir vorbestimmt.
Doch beeile nur nicht deine Reise.
Besser ist, sie dauere viele Jahre;
Und alt geworden lege auf der Insel an,
reich an dem, was du auf deiner Fahrt gewannst,
und hoffe nicht, dass Ithaka dir Reichtum gäbe.

Ithaka gab dir die schöne Reise.
Du wärest ohne es nicht auf die Fahrt gegangen.
Nun hat es dir nicht mehr zu geben.

Auch wenn es sich dir ärmlich zeigt, Ithaka betrog dich nicht.
So weise, wie du wurdest, in solchem Maße erfahren,
wirst du ohnedies verstanden haben, was die Ithakas bedeuten.

Schön, gell?

Samstag, 29. Januar 2011

Ultraschalluntersuchung

Ihr Lieben,


wir sind gestern Abend aus dem selbst im Winter smogigen Athen wieder gekommen, genauer gesagt aus dem „Iatriko Kentro Athena“ – dem Ärztezentrum Athen, in dem ich am 18.12.2010 operiert wurde. Für gestern war die erste Ultraschalluntersuchung nach der OP anberaumt, was mich –gelinde gesagt- mit einer gewissen Nervosität erfüllte. Wir sind bei strömendem Regen für die ca. 180 km lange Strecke ohne Frühstück um 9.00 Uhr losgefahren, um 12.00 Uhr war die Untersuchung terminiert. Und tatsächlich - sie fand auch pünktlich statt.


Das Ergebnis:


Es ist Alles o.K.; das Herz nähert sich sehr guter Pumpleistung und hat sich wieder verkleinert. Michael, der Arzt, zugleich Operateur, war ziemlich zufrieden mit dem Ergebnis, merkte aber auch an: "Weißt Du noch, wie das bei der vorherigen Ultraschalluntersuchung (Anm.: am 18.12.2010) war? Weißt Du das wirklich noch? Du warst mehr tot als lebendig".

Er sagte zwar auch, dass erst im Juni alles wieder "normal" sein würde bzw. besser als je zuvor, wenn ich brav weiter zurückhalte und mich nicht überfordere, aber es ist doch super, dass es so verlaufen kann.... Bis dahin darf ich peu a peu die Belastungen erhöhen, also auch wieder einmal länger spazieren gehen. Auch normales Essen ist erlaubt, wenn ich meine INR, Kalzium, Natrium-Blutwerte kontrolliere.


Nach dieser guten Nachricht mitten im städtischen Athen hatten wir Sehnsucht nach einer ausgedehnten Waldwanderung und einem warmen, über dem Gaskocher zubereiteten Heißgetränk und der unberührten Stille und Landschaft Schwedens - so sind wir dann zum Kaffeetrinken zu IKEA Athen (am Flughafen) gefahren. Erstens lag es quasi auf dem Weg und zweitens gilt auch hier in Griechenland der IKEA-Kantinen-Grundsatz „einmal zahlen – soviel Kaffeetrinken, wie Sie möchten“....

;-))

Ach: Heute (31.01.11) habe ich mir ein kleines Gedichtchen dazu niedergeschrieben:


Danke schön


Blass geworden,

aber nicht bleich

Ruhig geworden,

aber nicht steif


Im Galopp eine Rast,

- die Grube verpasst

Die Sense gewetzt,

doch nicht wirklich angesetzt


Der Aufzugwärter – still und stur,

zog davon und: Den Hut nur,

schloss die Tür und ließ mich stehn

ich hab nun zu denken - Danke schön

Mittwoch, 12. Januar 2011

OP - wie es kam....

Ihr Lieben,


nachdem sich die Lage derzeit ein wenig beruhigt hat und es Tag für Tag ein wenig besser geht, wollte ich aber doch einmal darstellen, wir knapp alles war und wie dankbar ich bin, dass ich noch lebe:

Ende November 2010 stellte sich bei mir eine Bronchitis/ Erkältung ein. Eben starker Husten. Nun ja, es wird Winter....Wir sind dann zu einer Apotheke gefahren und haben ein Bronchitismittel gekauft, Mukosolvan.


Zwei Tage nach dessen erstmaliger Einnahme schwollen meine Beine kräftig an, ich wurde extrem kurzatmig, bekam nachts keine Luft, konnte nicht mehr schlafen, keine zwanzig Schritte laufen, ohne sehen zu bleiben und war total kraftlos. Zuerst dachte ich an eine allergische Reaktion –und setzte das Mittel kurzerhand ab.


Am 03.12. wollten wir dennoch eine Deutsch sprechende Ärztin in den nächsten Stadt aufsuchen, was daran scheiterte, dass die Praxis an diesem Tag und außer der Reihe geschlossen hatte.

Weil sich der Zustand nicht besserte, habe ich mich entschlossen, mich am 05.Dezember morgens (Sonntag) in der Notaufnahme des örtlichen Krankenhauses zu melden. Dort wurden am Vormittag „ernsthafte Probleme mit dem Herzen“ diagnostiziert und die Ärzte ordneten an, dass ich dort bleiben musste. Und ich blieb dort bis zum 14.12.2008.


Allerdings fehlten in diesem Krankenhaus die technischen Mittel, weitergehende Untersuchungen vorzunehmen.

Zwei kardiologischen Untersuchungen (Herzkatheter, Ultraschall) am 08.12.2010 und 14.12. im nächstliegenden Univeritätskrankenhaus auf Veranlassung der kardiologischen Abteilung des kommunalen Krankenhauses) hatten das Ergebnis; Herzkranzgefäße in Ordnung, jedoch eine auf ca. 20 % beschränkte Herzleistung, akute Lebensgefahr und der Hinweise, es müsse umgehenst und noch vor Weihnachten 2010 operiert werden. Ansonsten Lebenserwartung maximal ½ Jahr, eher weniger. Peng !

Am 14.12 wurde ich aus dem örtlichen Krankenhaus entlassen, wobei mir dringend nahe gelegt wurde, mich unverzüglich selbst um eine Operation in der Landeshauptstadt zu bemühen, da bekannt sei, dass für Operationen, selbst Notoperationen, lediglich Wartelisten geführt wurden, die keine sofortige Operationen zuließen und sich allenfalls durch Beziehungen umgehen ließen. Ach: Einen wohl meinenen Tipp gab es noch: "Setzen sie sich mit der deutschen Botschaft in Verbindung." Und Tschüss...

Dann ging es Schlag auf Schlag:



- Am 17.12.2010 erreichte Stefanie jemanden bei der Deutschen Botschaft.

Die wiederum verwiesen auf den ADAC. Dort wurde ihr eine Deutsch sprechende Ärztin benannt, die wiederum – nach sofortigem Anruf- einen Kontakt zum Deutsch sprechenden Kardiologen in einem Krankenhaus in der Hauptstadt vermittelte, mit dem sie einen Termin noch am gleichen Tag vereinbarte,


- Um 18.00 Uhr waren wir dann dort. Wegen der vorliegenden Befunden sollte ich direkt im Haus bleiben (und blieb auch), um nach einer Untersuchung am nächsten Morgen am Montag, den 20.12.2010 operiert zu werden,


- Nach der Untersuchung am 18.12. 2010 morgens war der Kardiologe entsetzt und meinte, ohne OP würde ich den Montag nicht mehr erleben, die bestehende Lebensgefahr mache eine sofortige OP und Einsatz einer künstlichen Herzklappe erforderlich. Das Herz leiste lediglich noch 20 %, was nicht nur lebensgefährlich sei, sondern auch an der unteren Grenze der Operierbarkeit liege,



- Die Operation wurde sofort vorverlegt und erfolgte am 18.12.2010, ca. zwischen 14.00 Uhr und 18.00 Uhr. (Erst im Nachhinein bin ich drauf gekommen, dass mein "Überlebenszeitpunkt (Ende der OP am 18. Dezember, ca.18.00 Uhr) so ziemlich genau der Todeszeitpunkt meines Vaters 1983 (18.03 Uhr) war. Zufall??



Jedenfalls hatten Stefanie und ich eine SCHEISSANGST!!



So kann das neue Jahr ja nur besser werden... ;-))



Allen, die in Gedanken bei mir waren, danke ich von ( jetzt wieder) ganzem Herzen dafür !


So knapp kann es mit dem Leben/ Überleben sein ... man sollte wirklich öfter daran denken.

Stefan